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31.7.2007 - Resuemee zum Ausklang

Waehrend wir uns die Zeit bis zum Abflug (Morgen frueh um 4:50) in den Cafes Jerevans vertreiben, nutzen wir die Stunden fuer zusammenfassende Gedanken zum Abschluss unserer Reise:

 

Tourismus

Armenien ist weniger touristisch als wir zu Beginn unserer Reise annahmen. Es gibt zwar relativ viele Pauschalreisende, die als Reisegruppe mit Bus und Guide alle Kloester abklappern, aber Individualreisende oder gar "Backpacker" haben wir nur sehr wenige getroffen. Dem entspricht auch die touristische Infrastruktur: Es gibt in Jerevan und anderen ausgesuchten Orten high-end Hotels fuer die Reisegruppen, in manchen Staedten in der Naehe von besonders bekannten Sehenswuerdigkeiten (= Kloester) sind einige billigere Pensionen oder Privatzimmer (Homestays) vorhanden, im Rest des Landes ist man aber voellig auf heruntergekommene Sowjethotels oder die Gastfreundschaft der Bevoelkerung angewiesen. Ein gutes Tourismusbuero gibt es lediglich in Jerevan, in der Provinz ist es schwierig Informationen zu bekommen, da viele Einheimische wenig ueber Unterkunftsmoeglichkeiten oder oeffentliche Verkehrsverbindungen wissen, oder es sich um habgierige Touristenabzocker handelt, die einem immer zum Teureren raten (z.B. Taxi anstatt Bus)...

Die absolute Mehrheit der Armenier ist aber sehr hilfsbereit und entgegenkommend. Es kommt sehr oft vor, dass sie sich der ihrer Meinung nach voellig hilflosen Reisenden annehmen!

 

Reisefuehrer

Wir haben uns vorab fuer den Lonely Planet als Reisefuehrer entschieden. Nach drei Wochen bereuen wir unsere Entscheidung mangels Alternative nicht, weisen aber darauf hin, dass viele Informationen entweder falsch, verjaehrt, unzureichend oder schlecht recherchiert sind. Viele Stadtplaene stimmen nicht (und haben auch nie gestimmt), haeufig gibt es billigere und bessere Unterkunftsmoeglichkeiten als im Buch angegeben werden und am aergerlichsten ist, dass der Autor indirekt empfiehlt das ganze Land mit dem Taxi zu bereisen, weil seinen Angaben nach keine oeffentlichen Verkehrsmittel ausserhalb der Hauptverkehrsstrecken gibt (was aber ueberhaupt nicht stimmt). Abfahrtszeiten und -orte der Busse und Marshrutkas muessen von den Reisenden selbst recherchiert werden.

 

 

Hayastan today

In vielerlei Hinsicht gleicht Armenien den anderen postsowjetischen Republiken. Dies gilt vor allem fuer die wirtschaftliche Situation. Nach dem voelligen Kollaps der Wirtschaft zwischen 1988 und 1994 (Krieg um Nagorno-Karabach) hat sich die Situation zwar ein wenig erholt, aber im Gegensatz zur Sowjet-Zeit ist der Wohlstand in Armenien aeusserst ungleich verteilt: Einige wenige superreiche Oligarchen besitzen alle noch halbwegs rentablen Sparten oder Unternehmen, die natuerlich vollkommen privatisiert sind (Wasser, Strom, Telekom, Gesundheit...), waehrend die Masse der Bevoelkerung von Subsistenzwirtschaft leben muss (sofern sie die Moeglichkeit dazu hat) und die Arbeitslosenrate enorm hoch ist. In Jerevan selbst gibt es zwar eine kleine Mittelschicht, aber insgesamt gibt es nur arm oder reich.

Was der Tourist in Armenien als omnipraesent erfaehrt ist die armenische Geschichte (von der Christianisierung ueber den Genozid bis zu den aktuellen Konflikten), der armenische Nationalstolz (kein Wunder angesichts der geopolitischen Lage Armeniens zwischen den feindlichen Laendern Tuerkei und Aserbaidschan) und mit diesem feindlichen Umfeld in Zusammenhang stehend auch die Isolation des Landes und der intensive Kontakt zu Russland als einzigem verbliebenen Verbuendeten.

 

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Mich interessiert Politik, ich liebe es zu Reisen und die Wissenschaft ist für mich Beruf und Hobby...

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