13.3.2009 - Deutsch denken und Deutsch können ist zweierlei.
Passend zum letzten Eintrag:
Aus Harald Walsers Blog: --- Es ist ein wackerer Versuch. Die blaue Parlamentsriege hat am
Donnerstagabend ein Antrag eingebracht: Sie verlangt wörtlich ein
„Bundesgesetz, mit dem ein Bundesgesetz zum Schutz und Erhalt der
deutschen Sprache geschaffen wird“. Die Diskussion war ein Vergnügen,
zumal es nicht nur zum üblichen Match zwischen uns Grünen und der FPÖ
kam, sondern weil sich mit Ewald Stadler unerwartet ein wackerer
Mitstreiter an unsere Seite gesellte. Er hat die eher hilflos wirkenden
Retter der deutschen Sprache beispielsweise zurecht darauf aufmerksam
gemacht, dass wohl kaum je ein Antrag seine eigene Berechtigung derart
deutlich unter Beweis gestellt hat.
Die blaue Initiative hat eine lange Geschichte und wurde seit 2007
schon mehrfach eingebracht, am Donnerstag gleich in zwei Varianten, da
sollte auch gleich noch das Schulunterrichtsgesetz geändert und
festgelegt werden, dass auch in den Pausenhöfen unserer Bildungsstätten
nur noch Deutsch gesprochen werden darf. Welches Deutsch?
Nicht nur, dass all diese FPÖ-Anträge seit 2007 zahlreiche Grammatik,-
Rechtschreib- und Satzzeichenfehler beinhalten, teilweise sind die
Sätze kaum mehr verständlich: „Ein weiterer, sehr bedrohliches
Gefahrenmoment ist das zum Teil mäßige Niveau des Deutsch-Unterrichts
an unseren Schulen – verursacht vor allem durch den hohen
Ausländeranteilen in Schulklassen.“ Kollege Wolfgang Zinggl hat zudem
im Antrag gleich 21 Fremdwörter gezählt und gemeint: „Würden eure
eigenartigen Ideen Wirklichkeit werden, dann würdet ihr nicht nur die
gesamte Bevölkerung kriminalisieren, sondern auch euch selbst.“
Und auch ich selbst habe ein bisschen gekramt. Und da ist mir in der
ursprünglichen Anfrage vor allem der Punkt 61 aufgefallen. Die FPÖ
wollte da von der Bundesministerin wissen: „Wie viele Schulklassen der
verschiedenen Schultypen in Österreich haben einen Anteil an Schülern
nichtdeutscher Muttersprache und ausländischen Schülern von über 100
Prozent?“
Karl Kraus hat einmal mit Blick auf die Deutschnationalen gemeint: „Es
ist eben eine alte Erfahrung: Deutsch denken und Deutsch können ist
zweierlei.“ ---
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26.11.2008 - Mangelnde Deutschkenntnisse?
Harald Walser stellte gestern folgenden (genialen) Beitrag auf sein Blog:
Die Sorge der Grünen bezüglich Deutsch-Kenntnissen - besonders in der
Kärntner Landesregierung - ist berechtigt. Wir haben daher folgende
Anfrage eingebracht:
"Unter der Führung des BZÖ hat sich in der Kärntner Landesregierung
eine Sprache herausgebildet, die Ähnlichkeiten mit dem hierorts
üblichen Amtsdeutsch aufweist. Allerdings lassen die abweichenden
Details der Scheuch´schen Rudimentärsprache den Schluss auf eine
folgenreiche Entwicklung zu, die für die Zukunft Schwierigkeiten bei
der Integration befürchten lässt. Am 18. November hat die Kärntner
Landesregierung in ihrer Sitzung eine Resolution beschlossen. Seitdem
bestehen berechtigte Zweifel, dass die von BZÖ und ÖVP gestellten
Mitglieder der Landesregierung die notwendige Befähigung zum
sinnerfassenden Schreiben erbringen. Die unterfertigten Abgeordneten
stellen daher folgende ANFRAGE:
1. Satz 1: 'Seit dem Unfalltod von unserem Landeshauptmann
' Ist die Beherrschung von dem Genetiv lässliches Beiwerk?
2. Noch immer Satz 1: '
reißt Berichterstattung nicht ab
' Ist Satz so komplett?
3. Satz 2: 'Die Berichterstattung des Landesstudio Kärntens zeigte Stil
' Zeigt sie den Stil des Chef des BZÖs?
4. Satz 8: 'Die ORF Redaktion stach besonders in den letzten Wochen
durch top-recherchierte Berichte hervor.' Die Kärntner Landesregierung
stach in den letzten Tagen besonders durch top-gesetzte Bindestriche
hervor. Dazu keine Frage.
5. Satz 9: Anstelle der Geschäftsführung des ORF wird die 'Geschäftführung' zu nichts aufgefordert. An ihrer Stelle wird der
Stiftungsrat aufgefordert, 'sein Anti-Kärnten-Programm mit sofortiger
Wirkung zu stoppen' und 'die Kärntner Bevölkerung in seinen Beiträgen
nicht mehr zu beleidigen'. Gilt auch für die Kärntner Landesregierung,
dass weiblichen Hauptwörtern weibliche besitzanzeigende Fürwörter
gebühren?
6. Noch immer Satz 9: Der Stiftungsrat wird weiter aufgefordert, 'Respekt- und Pietätlose Berichterstattung' zu unterlassen. Darf man in
Großer Aufregung alles Groß schreiben?
7. Noch immer Satz 9: Der Stiftungsrat soll darüber hinaus dafür
sorgen, 'das ORF Landesstudio Kärnten mitsamt seiner Mitarbeiter in
vollem Umfang zu erhalten. Si'd Sie bereit, die deutsche Sprache
gegenüber ÖVP und BZÖ mitsamt Groß- und Kleinschreibung, Bindestrichen,
Geschlechtsbezeichnungen, Rechtschreibung und Genetiv in vollem Umfang
zu erhalten?
8. Die Resolution bezieht sich auf die Kärntner als hinterwäldlerische
und zurückgebliebene Brauchtums-Bergbauern. Welche pädagogischen
Maßnahmen werden Sie zur sprachlichen Förderung der hinterwäldlerischen
und zurückgebliebenen Brauchtums-Politiker in der Kärntner
Landesregierung ergreifen?
2 von 2 226/J XXIV. GP - Anfrage
Auf die Anwort darf man gespannt sein!
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29.9.2008 - "Far-Right, Anti-Immigrant Parties Make Gains in Austrian Elections"
So lautet die heutige Schlagzeile der NYT zur NRW in Österreich. Die absehbaren Verluste der ehemaligen Großparteien haben weder den zahlreichen Kleinstparteien, noch den Grünen Zugewinne ermöglicht. Letztere werden mit den Wahlkarten vermutlich lediglich ihren Stimmenanteil halten können, während die rechtsradikalen Parolen-Drescher Strache und Haider das gesamte Protestpotential abgeschöpft haben. Die Masse der so genannten Modernisierungsverlierer, die aus berechtigten Gruenden Angst um ihre Zukunft haben, hat auf die rechte Wahlkampftaktik, die mit Feindbildern (EU) und Suendenboecken (Migranten) operiert, total angesprochen. Die schlecht qualifizierten und tendenziell eher wenig ausgebildeten Menschen in Oesterreich finden sich in der globalisierten Welt immer weniger zurecht und setzen deshalb immer staerker auf nationalistische Parteien, die ihnen gany simpel eindeutige Suendenboecke liefern... Regierungsbildung? Die klare Ablehung der Rechtsparteien ist derzeit das einzig wirklich Positive an der SP, die im Gegensatz zur VP Standhaftigkeit beweist. Letztere wird sich vermutlich wiederum um den Kanzlerposten bemuehen und die Rechten als Steigbuegelhalter zu benutzen versuchen. Hoffentlich gelingt ihnen das nicht und eine (v.a. VPseitig) erneuerte rot/schwarze Regierung zeigt Engagement und bewegt sich in einigen grossen Zukunftsfragen (Gesundheitswesen, Bildung, Energie und Umwelt) ein wenig weiter.
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1.9.2008 - NR-Wahl 2008
Höchst empfehlenswert für alle, die sich rasch einen guten Überblick über die österreichische Parteienlandschaft und die Standpunkte der verschiedenen Parteien zu aktuellen Themen verschaffen möchten:
http://wahlkabine.at/
http://politikkabine.at/
Sehr hilfreich und informativ ist auch die Wahlseite des ORF: Infos, Interviews, Streams der TV-Diskussion u.v.m. Bezüglich des Internetauftritts sind wohl Die Grünen einsame Spitze... - aber natürlich haben sie auch bei den meisten Themen die vernünftigsten Vorschläge... Und für alle besonders mobilen Wähler/innen: Briefwahl nicht vergessen!!!
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26.6.2008 - Tirol: Hybris der Verlierer (derstandard.at)
Herwig van Staa wurde abgewählt. Jede andere Lesart des TirolerLandtagswahlergebnisses ist Realitätsverweigerung. So lautet die ungeschönte Variante des „Wählerwillens“. Dass van Staa sich jetzt nochvom Landeshauptmann zum Landtagspräsidenten kürt, fällt unterpolitische Hybris. [Ist aber auch schon wieder lächerlich - sich als Ex-LH auf den Ausgedingeposten LTP zu setzen ist nur noch lachhaft.] Er und seine ÖVP haben 9,5 Prozentpunkte verloren –und doch fast zwei Wochen so getan, als wäre nichts geschehen. Flugs hatte man den noch „erfolgreicheren“ Wahlverlierer SPÖ zum neuen alten Koalitionspartner auserkoren – auf dass zwei Verlierer eine Regierung basteln, damit der einzige Sieger nicht einmal zum Gespräch kommt: Fritz Dinkhauser, ÖVP-Dissident mit Hang zum Populismus. [Naja, die Alternativen hats einfach nicht gegeben - und schwarz-schwarz ... dass wäre wirklich schlimm geworden.]
Dem darf er künftig weiterhin frönen. Mit 18,3 Prozent der Stimmen. Auf der Oppositionsbank. Dem Ort, an dem Populisten – egal, ob Links-, Rechts- oder EU- – am lautesten agieren können. Entzaubern oder domestizieren aber kann man Populisten nur, indem man ihnen die Mühen der politischen Ebene zumutet, den langen Atem abverlangt, die schwierige Suche nach Konsens antut oder Budgetnöte verteidigen lässt. Ex-ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel beherrschte diese Kunst meisterhaft. Er holte Jörg Haiders FPÖin die Regierung, ließ sich von ihr zum glorreichen Kanzler krönen –und trieb die Blauen in die Selbstkannibalisierung. [naja... so eindeutig war das wohl nicht - soll deshalb die FPÖ ununterbrochen Regierungsverantwortung bekommen?]
Zurück in der Opposition, brauchen die Populisten – zumal bei der Performance der großen Koalition und der nicht enden wollenden Arroganz der Tiroler Verliererregierung – nur ihre Schürzen aufhalten und die angewidertenund politik(er)verdrossenen Wählerinnen und Wähler wie Sterntaler vom Himmel auffangen. (Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 25.6.2008)
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19.1.2008 - Congo river

Mit 4374 Kilometern ist der Kongo der zweitlängste Fluss Afrikas. Für
die Demokratische Republik Kongo ist er Lebensader und
Hauptverkehrsweg – das Herz der Region. Der belgische
Dokumentarfilmer Thierry Michel ist dem Congo River gefolgt, von der
Mündung zurück zur Quelle, und führt den Zuschauer mitten in die
Dunkelheit hinein, tief in eine Welt voller Abgründe. Man lernt die
Jahrhunderte alte Mythologie des Flusses kennen und begegnet den
legendären Gestalten, die im Herzen Afrikas Geschichte geschrieben
haben: Forschern wie David Livingstone (1813–1873) und Sir Henry Morton
Stanley (1841–1904), den Königen der Kolonialzeit, Leopold II. und
Baudouin I., sowie den afrikanischen Führern Lumumba, Mobutu und
Kabila aus der Zeit der Unabhängigkeit.
„Die Anspielung auf Joseph Conrad im Untertitel des Films (Herz der
Finsternis) und die gleichzeitige Überwindung dieses Vorbilds sind sehr
wichtig, um die Vorgehensweise des bekannten Dokumentaristen Thierry
Michel nachzuvollziehen, der zum vierten Mal einen Film im Kongo
gedreht hat. In den vergangenen Jahren hat er sich bereits mit den
politischen Entgleisungen in Zaïre beschäftigt, er begegnete den
letzten Siedlern und untersuchte die unglaublichen Machenschaften der
Mobutu-Diktatur. So wie Marlow im ‚Herz der Finsternis’ fasziniert ist
von dem unerreichbaren Kurtz, scheint Thierry Michel mit seinen Filmen
das Gespenst Mobutus zu verfolgen. Allerdings nimmt er nicht auf Conrad
Bezug, weil er einen Apocalypse Now drehen will, sondern um die
Entschiedenheit seiner Kritik am Kolonialismus zu betonen und die
Relativität unserer Wahrnehmung des afrikanischen Kontinents zu
verdeutlichen.“
Thierry Michel: „CONGO RIVER ist eine Fortsetzung mehrerer
anderer Filme, die ich in Afrika und insbesondere im Kongo
gedreht habe. Acht Filme habe ich innerhalb von etwas mehr als zehn
Jahren in Afrika realisiert, fünf davon in Kongo-Zaïre. In den anderen
Filmen ging es um ganz bestimmte Augenblicke der jüngsten Geschichte.
Mit MOBUTU, ROI DU ZAÏRE (Anm.: gezeigt beim Internationalen Film
Festival Innsbruck 1998) habe ich versucht, vierzig Jahre Geschichte
des postkolonialen Afrikas über eine äußerst symbolträchtige
Persönlichkeit zu erfassen, die sich filmisch sehr gut darstellen
lässt. Mit CONGO RIVER wollte ich noch weiter gehen und die Welt hinter
mir lassen, die ich gut kenne: die urbane Welt der großen
kongolesischen Städte Kinshasa, Kisangani und Lubumbashi. Mit dieser
Reise zu den Quellen des Flusses, die ja auch etwas von einer
Initiation hat, wollte ich das zeitlose Afrika entdecken, das zu seinen
Ursprüngen zurückkehrt, aber auch Afrikas bewegte Geschichte.” ... echt beeindruckend ...
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31.10.2007 - Film des Monats: Auf der anderen Seite

Sechs Menschen, deren Wege sich auf schicksalhafte Weise kreuzen, ohne sich zu berühren.
Erst der Tod führt sie zusammen, auf einer emotionalen Reise zur Vergebung.
Als der Witwer Ali die Prostituierte
Yeter überredet, bei ihm einzuziehen, ist sein Sohn Nejat irritiert.
Nejat taut erst auf, als er erfährt,
dass sie ihrer Tochter Ayten regelmäßig Geld für ihr Studium
schickt. Nach Yeters plötzlichem Tod reist Nejat in die Türkei,
um Ayten zu suchen. Die politische Aktivistin Ayten ist jedoch vor der
türkischen
Polizei nach Deutschland geflüchtet und bei einer jungen Frau, Lotte,
untergetaucht. Als sie von der Polizei aufgegriffen und in die Türkei
zurückgeschickt wird, macht sich Lotte auf die Suche nach der Freundin.
Nach
„Gegen die Wand“ ist AUF DER ANDEREN SEITE der zweite Teil von Fatih
Akins Trilogie „Liebe, Tod und Teufel“. Ein Film, der offenbart, dass
die Tragik des Todes auch eine verbindende Kraft sein kann, die es
erlaubt, dass Menschen einander neu begegnen. Voller magischer Momente
und getragen von einem wunderbaren Darstellerensemble, erzählt er von
Abschied und Tod, aber auch von Sehnsucht und Heimkehr. Zweimal
ausgezeichnet mit der Palme für das Beste Drehbuch und dem Preis der
Ökumenischen Jury in Cannes, ist AUF DER ANDEREN SEITE das Filmereignis
im Herbst 2007.
Fatih Akin: „Woran Menschen auch immer glauben – sei es religiös oder
politisch – alles hat seine Grenzen, und alles führt in eine Richtung.
Ich wollte einen Film darüber machen, wie man durch all das
hindurchgeht und schließlich auf der anderen Seite ankommt.”
Nejat, ein deutscher Germanistikprofessor türkischer Abstammung,
kümmert sich um seinen alten Vater Ali. Dieser will noch einmal mit
einer Frau leben und lädt die türkische Prostituierte Yeter ein, bei
ihm zu wohnen. Im betrunkenen Zustand richtet er ein Blutbad an, wird
verhaftet und in die Türkei abgeschoben. Nejat macht sich in Istanbul
auf die Suche nach Yeters Tochter Ayten, die zu einer Widerstandsgruppe
gehört und vor der Polizei nach Deutschland geflohen ist.
Fatih Akins neuer Film ist der zweite Teil einer Trilogie mit dem Titel
„Liebe, Tod und Teufel”, deren erster Teil GEGEN DIE WAND für Aufsehen
sorgte. In AUF DER ANDEREN SEITE geht es um den Tod, und so ist es kein
Wunder, dass der Film im Vergleich zu seinem Vorgänger ruhiger und
nachdenklicher ist. In drei Episoden erzählt er von sechs Schicksalen
zwischen Istanbul, Bremen und Hamburg, die über zwei Todesfälle
kunstvoll miteinander verknüpft sind.
„Vielleicht ist ja gerade das das wirklich Schöne an AUF DER ANDEREN
SEITE, dass der gerade mal 33 Jahre alte Regisseur sich einerseits treu
bleibt in seinen Themen, die seine Persönlichkeit widerspiegeln, und
dass er andererseits verschiedene Tonarten beherrscht und es versteht,
aus jedem Film ein vollkommen eigenständiges und doch typisches
Kunstwerk zu formen. Darin besteht die große Meisterschaft Akins, und
sie macht ihn zu einem der bedeutendsten jungen europäischen
Filmemacher.” (Joachim Kurz)
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29.9.2007 - Sputnik-Sound
Sputnik-Telemetrie-Sound: http://www.jamsat.or.jp/sounds/sp...ik.10s.wav
Receiver : William Magnusson
Date : 1957 October 6th.
Time : 0955 - 1255 Z (one of four orbit passes)
Frequency : 20.001 Mc/s
QTH : Melbourne, Australia
RX : EDDYSTONE Model 680X
ANT : Dipole on 15m hight
Tape Recorder (JBYER Model 66)
... das war der Originalsoundtrack, den Sputnik bei seinen Erdumrundungen von sich gab, irgendwie ziemlich cool...
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1.8.2007 - Wieder zurück...
Die drei Wochen sind wie im Nu verflogen und seit heute Morgen sind wir wieder zurück in Österreich. Nach einer nahezu schlaflosen Nacht am Flughafen Zvartnots (Jerevan) bestiegen wir gegen 5 Uhr Ortszeit in der Früh die AUA-Maschine nach Wien, landeten dort pünktlich um 6:20 Uhr Ortszeit und nahmen gleich anschließend den Flieger nach Innsbruck wo wir um 8 Uhr ankamen. Das Gepäck hatte den raschen Umstieg nicht geschafft und kam erst zu Mittag nach - wir waren aber ganz froh die 20- bzw. 24-kg-Rucksäcke nicht tragen zu müssen, sondern sie gemütlich zugestellt zu bekommen. Da wir die Photos schon in Jerevan entwickeln ließen werde ich in nächster Zeit hier oder auf http://monti.heim.at/armenien.html Bilder von unserer Reise veröffentlichen.
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31.7.2007 - Resuemee zum Ausklang
Waehrend wir uns die Zeit bis zum Abflug (Morgen frueh um 4:50) in den Cafes Jerevans vertreiben, nutzen wir die Stunden fuer zusammenfassende Gedanken zum Abschluss unserer Reise:
Tourismus
Armenien ist weniger touristisch als wir zu Beginn unserer Reise annahmen. Es gibt zwar relativ viele Pauschalreisende, die als Reisegruppe mit Bus und Guide alle Kloester abklappern, aber Individualreisende oder gar "Backpacker" haben wir nur sehr wenige getroffen. Dem entspricht auch die touristische Infrastruktur: Es gibt in Jerevan und anderen ausgesuchten Orten high-end Hotels fuer die Reisegruppen, in manchen Staedten in der Naehe von besonders bekannten Sehenswuerdigkeiten (= Kloester) sind einige billigere Pensionen oder Privatzimmer (Homestays) vorhanden, im Rest des Landes ist man aber voellig auf heruntergekommene Sowjethotels oder die Gastfreundschaft der Bevoelkerung angewiesen. Ein gutes Tourismusbuero gibt es lediglich in Jerevan, in der Provinz ist es schwierig Informationen zu bekommen, da viele Einheimische wenig ueber Unterkunftsmoeglichkeiten oder oeffentliche Verkehrsverbindungen wissen, oder es sich um habgierige Touristenabzocker handelt, die einem immer zum Teureren raten (z.B. Taxi anstatt Bus)...
Die absolute Mehrheit der Armenier ist aber sehr hilfsbereit und entgegenkommend. Es kommt sehr oft vor, dass sie sich der ihrer Meinung nach voellig hilflosen Reisenden annehmen!
Reisefuehrer
Wir haben uns vorab fuer den Lonely Planet als Reisefuehrer entschieden. Nach drei Wochen bereuen wir unsere Entscheidung mangels Alternative nicht, weisen aber darauf hin, dass viele Informationen entweder falsch, verjaehrt, unzureichend oder schlecht recherchiert sind. Viele Stadtplaene stimmen nicht (und haben auch nie gestimmt), haeufig gibt es billigere und bessere Unterkunftsmoeglichkeiten als im Buch angegeben werden und am aergerlichsten ist, dass der Autor indirekt empfiehlt das ganze Land mit dem Taxi zu bereisen, weil seinen Angaben nach keine oeffentlichen Verkehrsmittel ausserhalb der Hauptverkehrsstrecken gibt (was aber ueberhaupt nicht stimmt). Abfahrtszeiten und -orte der Busse und Marshrutkas muessen von den Reisenden selbst recherchiert werden.

Hayastan today
In vielerlei Hinsicht gleicht Armenien den anderen postsowjetischen Republiken. Dies gilt vor allem fuer die wirtschaftliche Situation. Nach dem voelligen Kollaps der Wirtschaft zwischen 1988 und 1994 (Krieg um Nagorno-Karabach) hat sich die Situation zwar ein wenig erholt, aber im Gegensatz zur Sowjet-Zeit ist der Wohlstand in Armenien aeusserst ungleich verteilt: Einige wenige superreiche Oligarchen besitzen alle noch halbwegs rentablen Sparten oder Unternehmen, die natuerlich vollkommen privatisiert sind (Wasser, Strom, Telekom, Gesundheit...), waehrend die Masse der Bevoelkerung von Subsistenzwirtschaft leben muss (sofern sie die Moeglichkeit dazu hat) und die Arbeitslosenrate enorm hoch ist. In Jerevan selbst gibt es zwar eine kleine Mittelschicht, aber insgesamt gibt es nur arm oder reich.
Was der Tourist in Armenien als omnipraesent erfaehrt ist die armenische Geschichte (von der Christianisierung ueber den Genozid bis zu den aktuellen Konflikten), der armenische Nationalstolz (kein Wunder angesichts der geopolitischen Lage Armeniens zwischen den feindlichen Laendern Tuerkei und Aserbaidschan) und mit diesem feindlichen Umfeld in Zusammenhang stehend auch die Isolation des Landes und der intensive Kontakt zu Russland als einzigem verbliebenen Verbuendeten.
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29.7.2007 - Gastfreundschaft und Touristenabzocke
Im Grossen und Ganzen war und ist die armenische Gastfreundschaft auf dieser Reise wirklich unuebertrefflich. Im Norden waren wir mehrere Tage bei zwei Familien eingeladen, in Martuni wurden wir zum Essen eingeladen, hier in Jerevan gibt es bei unseren Gastrgebern jederzeit 'surtsch' (armenischen Kaffee), Fruechte und Saft - doch dass es auch anders sein kann bewies unser Aufenthalt in Goris:
Ein vom Lonely Planet lobend erwaehntes B&B (Bed & Breakfast) uebertrieb es mit der Abzocke ein wenig. Obwohl es - wie wir spaeter erfuhren - in der Stadt noch freie Quartiere gegeben haette, wurde uns das Gegenteil vorgemacht und wir dazu ueberredet teure Notbetten in Anspruch zu nehmen. Das als Gastfreundschaft getarnte Angebot Maulbeeren aus dem Garten, Kuchen und Kaffee stellte sich auf der Abschlussrechnung als teurer Luxus heraus. Ganz zu schweigen davon, dass Taxidienste nicht aus der Hand gegeben wurden, sondern auch teuer von der Gastgeberfamilie selbst durchgefuehrt wurden. Oligarchen eines zarten Tourismus... nur dass einem als Touristen jede Entscheidungsfreiheit erschwert wird, wenn man als nachhaltig denkender Tourist sein Geld lieber in moeglichst viele verschiedene Familien vor Ort investieren moechte.
Also: Don't go there - Lyova Mezhlumyan B&B (Makichi Poghots) Goris. 
(Es gibt genug Alternativen!)
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29.7.2007 - Marschrutkaabenteuer
Auf unserer Fahrt von Sisian nach Goris wurde unser 'Marschrutka(Minibus)-Insassen-Rekord' von vorher deutlich relativiert. Empfanden wir das letzte Mal 22 als viel, wurden wir eines besseren belehrt, denn mit 27 Passagieren erreichten wir geradezu malawische Verhaeltnisse. Wir hatten aber dieses Mal mehr Glueck, denn wir sassen gemuetlich zu viert in der letzten Reihe, waehrend sich in der zweiten Sitzreihe neun Mitfahrer zusammenquetschten...
Auf der gestrigen Tour von Goris zurueck nach Jerevan (5 Stunden) war es zwar vom Platzangebot her recht gemuetlich, doch dafuer war unser Adrenalinpegel auf dieser kurvigen Strecke (mit zwei zu ueberquerenden Paessen) durch die gelinde gesagt "rasante" Fahrweise auf einem Dauerhoechststand und es gab einige brenzlige Situationen beim Ueberholen iranischer Tanklaster in unuebersichtlichen Kurven...

Die Armenier machen aus dieser fahrtechnischen Not eine Tugend: Immer wieder erklaeren sie stolz, dass derartige Ueberbesetzungen der Verkehrsmittel, eine derartig rasante Fahrweise, ein vollkommen abgefahrenes Reifenprofil oder ein voelliges Ignorieren der Sitzgurte bzw. der Verkehrsregeln bei den "schwaechlichen" Europaeren wohl nicht moeglich waere.
So sicher Armenien in den allermeisten Hinsichten ist, so besteht das groesste Risiko fuer einen Touristen (so wie natuerlich auch fuer die Einheimischen) im Verkehr. - Gott sei Dank muessen wir nur mehr von Jerevan zum Flughafen eine Marschrutka benuetzen, hier in der Hauptstadt vertrauen wir uns der Kuehle und Sicherheit der Metro an ...
Mehr dazu: http://www.armenianow.com/archive/2004/2003/november07/home/index.htm
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26.7.2007 - Die letzte Woche begann...
... mit einer Fahrt im ueberfuellten Minibus (20 + wir) von Yeghegnadzor nach Sisian. Waehrend Edith halb-halb am Fahrer- bzw. Beifahrersitz sass und zumindest die Landschaft geniessen (?) konnte, musste ich auf einem Holzschemel in der dritten Reihe Platz nehmen, den Rucksack natuerlich am Schoss - und das auf einer kurvigen Bergstrasse ueber 70km und der hier ueblichen Fahrweise...
So waren wir begreiflicherweise ziemlich froh endlich angekommen zu sein und bezogen nach einigen Naechten in heruntergekommenen Sowjet-Hotels diesmal ein Zimmer in einem renovierten Sowjet-Hotel (mit groesstenteils funktionierendem Warmwasser, Dusche und armenisch-russischem TV).
Nach einer - aufgrund der hier ueblichen Wach- und Ruhezeiten - recht lauten Nacht erfuellten wir heute Vormittag unser Touristen-Pflichtsoll und fuhren mit einem Taxi zum Stonehenge von Armenien: Zorats Karer. Zahlreiche aufgestellte Steine, teilweise mit Loechern darin, die einen Kreis bzw. irgendwelche Linien bilden - was angeblich an den Sonnwenden einen Sinn ergeben soll. Jedenfalls ist die Staette aber ca. 5000 Jahre alt. Noch aelter sind in den Bergen ueber der Stadt, an der aserbaidschanischen Grenze, Felsmalereien mit einer der aeltesten Darstellungen von Adam und Eva - 7000 vor heute...
Die Landschaft hier ist uebrigens extrem trocken und hat schon fast wuestenhaften Charakter. Gruen ist es nur entlang der Fluesse bzw. dort wo bewaessert wird.

Hinter den Bergen im Westen und Osten befinden sich in allernaechster Naehe die Enklaven Nachitschevan (Aserbaidschan) und Nagorni-Karabach (Armenien). Beides politisch sehr brisante Staetten, die den schmalen suedarmenischen Korridor umso vereinsamter wirken lassen. Hier ist man wirklich sehr abgelegen... Vom Krieg um Karabach zeugen auch zahlreiche Denkmaeler und Graeber von jungen Maennern aus Sisian, die zwischen 1988 und 1994 um die Unabhaengigkeit dieser Enklave gekaempft hatten.
Morgen werden wir weiter nach Goris reisen und das "beruehmte" Tatev-Kloster besuchen. Mehr dazu demnaechst.
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24.7.2007 - Vom kuehlen Hochplateau in die heissen Taeler
Wir sind im Sueden Armeniens angekommen. Die letzten Tage reisten wir um den Sewan See, der inmitten eines sanften Plateaus auf 1900 Metern liegt. Sanfte, weite, gruene Huegel umrahmen den blauen, gar nicht so kalten See. Die Armenier geben sichs hier fuer die wenigen Sommermonate voll: Die heruntergekommenen Doerfer um den See, stark getroffen von Abwanderung, Arbeitslosigkeit mit einem Hauch des Glanzes vergangener besserer Zeiten (Sowjet-Aera) bluehen dann ploetzlich auf, in Form von Grill- und Sauforgien entlang der Straende, Surf-Wettbewerbe (Nummer 1 der nationalen Berichterstattung im Fernsehen) und die Hummer, Mercedes, BMWs der neureichen Jerevaner stehen vor den All-Inclusive-Hotels Schlange. (Wir haben dort uebrigens nicht genaechtigt.)
Dieses Sodom und Gomorrha haben wir natuerlich schnell verlassen um am suedlichen Seeufer ruhigere Gefilde zu erkunden. Prompt wurden wir wieder von einem gastfreundlichen Armenier beschlagnahmt, der uns den ganzen Nachmittag von einem Essen zum naechsten einlud und uns zwischenzeitlich auch noch mit seinem Lada-Oldtimer UAZ (Villis) ans Seeufer kutschierte. Das war natuerlich sehr interessant und auch sehr nett, ist aber mit der Zeit schon anstrengend - daher geniessen wir heute besonders die Anonymitaet und Gleichgueltigkeit uns gegenueber in einem der klassischen Sowjet-Hotels.
Der heutige Tag fuehrte uns naemlich in die Stadt Yeghegnadzor, auf 1200 Metern gelegen und sehr heiss, von wo aus wir in den naechsten Tagen die Gegend um Sisian und Goris (viele Sehenswuerdigkeiten und schoene Landschaft) erkunden wollen. Und schon am Wochenende geht es wieder zurueck nach Jerevan...

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21.7.2007 - Endlich wieder Internet...
... und das ist noch mehr Zufall als Planung. Ja, ja, der Standard hier ist in den laendlichen Gegenden noch ein wenig hinter unseren letzten Urlaubslaendern nach. Das sist natuerlich keine Beschwerde, denn wir hatten wirklich eine tolle letzte Woche ganz im Norden von Armenien, fast an der georgischen Grenze. Das Klima ist hier ein wenig kuehler, weil gebirgiger. Aber das Wetter hat insgesamt nicht viel Einfluss auf unseren Tagesablauf gehabt, denn den haben andere fuer uns organisiert. Schon auf der Fahrt weg von Jerevan in den Norden lernten wir Mutter und Tochter Hobosyan kennen, die uns gleich zu sich nach hause einluden und uns reichlich bewirteten und uns alles abnahmen, was nur moeglich war. Dann wurden wir innerhalb der Familie gleich in das naechste Nachbardorf weitergereicht, an einen Bauernhof, an dem wir weitere zwei Tage verbrachten. Die Menschen hier haben sich derart lieb um uns gekuemmert, dass man es im Mail gar nicht beschreiben kann - da muesst ihr auf unsere Erzaehlungen warten.
Das Bild soll zumindest einmal einen Eindruck vom wunderschoenen Alaverdi und seinem imposanten Kupferindustriekomplex vermitteln. Dass dort besonders viele Leukaemie-Erkrankungen auftreten und das Atmen ziemlich schwer faellt soll hier nicht unerwaehnt bleiben.

Jetzt sind wir wieder "allein", und das ist sehr erholsam, denn Kommunikation und Action rund um die Uhr ist sehr, sehr anstrengend.
Wir logieren momentan in einem alten Thermalkurort, Dilischan, der leider sehr heruntergekommen ist. Die Landschaft hier ist absolut alpin, wir fuehlen uns hier wie zuhause (auch mit dem tollen obstangebot ist es hier leider vorbei). Morgen wird es vermutlich weiter gehen nach Sueden, zum grossen Sewansee, mal sehen ob es uns dort laenger haelt, wir befuerchten intensiven Tourismus mit allen Begleiterscheinungen... Wir melden uns wieder, sobald es die Infrastruktur erlaubt. Auf jeden Fall muss betont werden, dass es hier absolut sicher ist, jeder hilft einem und die Kriminaltitaet ist sehr gering. Gefaehrlich sind da schon eher die Minibusse...
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14.7.2007 - Hitze und Abkuehlung
Mittlerweile haben wir uns in Jerevan recht gut eingelebt. An unserem zweiten Tag in der armenischen Hauptstadt besichtigten wir die klassischen Sehenswuerdigkeiten wie die "Cascade" - eine riesige Treppe auf einen der Huegel oder die Kathedrale. Eine besonders aufregende Aussicht genossen wir vom rostigen Riesenrad auf dem Huegel auf dem das ehemalige Stalin-Denkmal durch die "Mutter Armenien" ersetzt wurde.
Nach diesem anstrengenden Tag genossen wir im heissen Abendlueftchen unser erstes armenisches Bier und waren froh ueber die touristenfreundliche mehrsprachige Karte.
Bei unserem gestrigen Tagesausflug nach |Echmiadzin - dem Vatikan Armeniens - sprach uns ein einheimischer "Kultur-Student" an, der uns sogleich darlegte, dass er aufgrund einer goettlichen Erleuchtung Englisch gelernt hatte. Er erzaehlte ausser von seinen mystischen Erfahrungen auch ueber seine Sicht der Situation Armeniens und seine persoenlichen Perspektiven (die sehr schlecht aussehen). Beim Abschied gab er uns natuerlich auch einen langen Segen mit und den Hinweis, dass er mittels Telepathie heilen koenne - wenn also jemand Probleme hat, bitte melden - wir leiten das dann weiter.
Heute fuhren wir weiter entlang den Touristenpfaden nach Garni zu einem Tempel. Auf der Fahrt im Bus gab es einige Aufregung unter manchen weiblichen Mitreisenden, weil ein ziemlich grosser Kaefer (Muga???) umhersurrte. Da uns fuer die Weiterfahrt zum Kloster Geghard kein oeffentliches Verkehrsmittel mehr zur Verfuegung stand, organisierte Edith eine Mitfahrgelegenheit bei reichen amerikanischen Touristen, die einfach einen Minibus fuer sich gemietet hatten. Aber der Hoehepunkt kam dann auf der Rueckfahrt, als sich - mangels Alternative - der Minibus sich mit plappernden franzoesischen Touristen weiter fuellte und wir uns so mit unseresgleichen austauschen konnten. Dabei wurden zwischen den arrogant-reichen Amis und den kommunikativ-nervigen Franzosen aeusserst intellektuelle Diskussionen ueber Literatur und Philosophie (z.B. Beckett + Camus) gefuehrt.

Um uns von diesem schockierenden Erlebnis und der breuetenden Hitze zu erholen, werden wir jetzt in unserem Zimmer eine Wassermelone essen.
Morgen duerfte uns jedoch noch mehr Abkuehlung erwarten, denn dieser Sonntag ist ein hoher Feiertag an dem alle Kinder und Jugendlichen straffrei Wasser auf jede/n schuetten duerfen - in rauhen Mengen versteht sich. Auf dem Weg zum Internetcafe trafen wir dementsprechend auch schon einige Jungs mit wassergefuellten Plastiksackerln...
Mehr dazu demnaechst...
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11.7.2007 - Wochdschujn in Jerevan
Sind nach einem sehr anstrengenden, weil schlaflosen Flug heut um 5 Uhr morgens in Jerevan am topmodernen blitzblanken Flughafen angekommen - Visa, Einreise, Gepaeck natuerlich problemlos abgelaufen.
Nach einer kurzen Pause und Regenerationsphase sind wir - an "Taxi-Sharks" vorbei - via Marschrutka 108 (privater Minibus) direkt ins Zentrum gefahren und konnten so gleich einen Eindruck von dieser Stadt gewinnen: Jerevan ist eine Stadt mit Flair, wunderschoene alte Hauser reihen sich an heruntergekommene Plattenbauten aus der Sovietzeit, die weiten Strassen sind mit Alleen eingefasst - und ueber allem thronen der kleine und grosse Ararat mit Gletscherkappe.

Gewoehnungsbeduerftig ist die Schreibweise hier: Die armenischen Beschriftungen sind ja immerhin manchmal durch kyrillische Untertitel ergaenzt, allermeistens ist das aber nicht der Fall. Da bleibt nur eines - das armenische Alphabet lernen.
Besonders lobenswert ist die oertliche Touristen-Information. Binnen weniger Minuten bekamen wir einen "Homestay" bei einem Pensionistenpaar in einem der heruntergekommenen Plattenbauten, aber immerhin mitten im Zentrum, vermittelt. Das ist Jerevan live! Die Konversation erfolgt (nicht) ueber die russische Sprache, doch die Gestik der Gastfreundlichkeit bedarf keiner zusaetzlichen Worte. Und zur Not ist da ja noch die 13jaehrige Enkelin, die perfekt Englisch spricht und AEUSSERST kommunikativ ist...
Zur armenischen Kueche koennen wir bis dato nichts sagen, das holen wir aber jetzt sofort nach ... Das Ueberangebot an reifem, saftigem Obst hier (Marillen, Kirschen, Melonen, alle moeglichen Beeren, etc.) koennen wir aber schon jetzt lobend erwaehnen! Na dann: Bari achorschak' (Guten Appetit)!
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10.7.2007 - Abflug
In ungefähr 4 Stunden beginnt unsere Reise: Wir fliegen von Innsbruck nach Wien und von dort weiter nach Jerevan. Planmäßige Ankunft: 4:45 Ortszeit (Armenien: + 3 Stunden zu Österreich; wenn es in Innsbruck 12:00 Uhr ist, ist es in Jerevan schon 15:00 Uhr). Nach der Fahrt in die Stadt werden wir uns auf die Suche nach einer Unterkunft für die nächsten Tage machen... Vermutlich werden wir uns kein überteuertes Hotel, sondern ein gemütliches und billigeres Privatquartier gönnen. Mehr dann in den nächsten Tagen.
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9.7.2007 - Die Schrift
Als kleine Kostprobe - die Schrift, die uns in Armenien erwartet - die armenische Nationalhymne:

Մեր
Հայրենիք
Մեր Հայրենիք, ազատ, անկախ
Որ ապրէլ է դարէ դար
Իւր որդիքը արդ կանչում է
Ազատ, անկախ Հայաստան:
Ահա՝ եղբայր, քեզ մի դրօշ,
Որ իմ ձեռքով գործեցի
Գիշերները ես քուն չեղայ,
Արտասուքով լուացի:
Նայիր նրան երեք գոյնով,
Նուիրական մէր նշան,
Թող փողփողի թշնամու դէմ,
Թող միշտ պանծայ Հայաստան:
Ամենայն տեղ մահը մի է
Մարդ մի անգամ պիտ՚ մեռնի,
Բայց երանի՚ որ իւր ազգի
Ազատութեան կը զոհուի:
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9.7.2007 - Armenienkarte
Damit alle unsere Reise auch geographisch mitverfolgen können hier eine Übersichtskarte von Armenien:

Die Schreibweise der Orte kann jedoch fallweise von denen in der Karte abweichen... Im Original würde es sich nämlich beispielsweise so schreiben: Հայաստան
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Über mich
Mich interessiert Politik, ich liebe es zu Reisen und die Wissenschaft ist für mich Beruf und Hobby...
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